Freezing- und die Erkenntnis, das alles anders ist als man gedacht hat

Freezing - und die Erkenntnis, das alles anders ist als man gedacht hat


Freezing

Als Freezing bezeichnet man die Tatsache, dass Bewegungen oder Bewegungsabläufe eines Patienten plötzlich wie eingefroren wirken. Der Betroffene verharrt förmlich in der Bewegung, bleibt wie festgeklebt stehen. Man spricht hier auch vom Engpasssyndrom; enge Stellen wie Türdurchgänge und ähnliches können nicht mehr passiert werden. Freezing kann auch durch emotionalen Stress ausgelöst werden. So kann es passieren, dass ein Parkinson-Patient während einer angeregten Diskussion beim Spaziergang plötzlich stoppt und nicht mehr weitergehen kann.

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache%3ADxFpY9YPZ1kJ%3Awww.parkinson-vereinigung.de%2F%3Fpg%3Dkardinalsymptome+Emotionale+instabilit%C3%A4t+durch+parkinson&cd=12&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a

 

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Dieses Problem kenne ich. Es war mit einer der Symptome die mich damals "irr" gemacht haben , weil Ärzte meinten, das könne nicht sein. Das müsse alles Psychosomatisch sein.

Meine Ärztin meinte bei unserem vorletzten Gespräch, als ich es endlich schaffte die Symptome zu schildern, das es eigentlich nur eine Nervenkrankheit gibt, die diese Symptomatik auslöst.

Über 3 Jahre wurde mir nicht geglaubt, einfach weil ich zu Jung sei - hat sich keiner mühe gegeben auch nur in Betracht zu ziehen das IRGENDWAS tatsächlich sein könnte.....

 

Der witz ist, das die ganzen Symptome von Parkinson bei mir vorhanden sind. Und das es eben von Anfang an hätte erkannt werden können.

Die Jahre fehlen mir jetzt.

 

Ich merke, wie mein Wesen sich ändert, wie diese "Ominöse" Krankheit (weil ja aktuell "nur" Verdacht - aber auch wenn alle Symptome vorhanden sind, müssen Ausschlussdiagnose stattfinden etc, einfach um nciht doch n Fehler zu machen - mal abgesehen davon, wurde seit meinem 14ten Lebensjahr immer nur ne Diagnose innerhalb 5 min gestellt und die Fehlerliste ist lang - somit ist es mir auch wichtig, das die Wahrscheinlichkeit das es x ist, eben sehr hoch ist und andere Dinge konkret ausgeschlossen sind) mich verändert.

 

Ich werde , immer wenn in mein Gehirn so eine Art "brennen" ist, Missempfindungen auf den Kopf und im Gesicht auftretten und oft Gesicht, Kopf, Nacken brennen , weinerlich.

Aber nicht aus Selbstmitleid oder so. Es passiert einfach.

Dann könnte ich wegen jeden Scheiß heulen.

Was letztens die Video-gestützte Dokumentation der "akut"Symptomatik verhindert hat, weil ich es einfach nicht ertragen hatte, aufgezeichnet zu werden.

Aufgezeichnet zu werden, wie  ich laufe, Zitter, mich kaum fortbwegen kann, schwanke.....

Es ist schon schwer genug das dann zu ertragen.

Hinzu kommen die Blicke der Menschen, die Pöppelein wenn ich nicht schnell genug " in Gang" komme, sehr langsam laufe etc.

Man wird eh grundsätzlich als Alkoholiker gesehen (wobei da doch n riesen Unterschied ist von der Gangart etc).

Und wenn jemand erkennt , das ich Krank bin, dann laufen sie einen großen Bogen.

So als hätten sie Angst, angesteckt zu werden.

Als hätten sie Angst, das ich sie ansprechen könnte um Hilfe zu bekommen, weil ich eben nciht mehr alleine laufen kann....

 

Und manchmal sehe ich in ein Augenpaar, in dem Erkenntnis sich spiegelt.

Dann weis ich, das die wissen, was los ist (wer Beruflich oder Privat mit dieser Erkrankungen zu tun hat, erkennt das, da die Gangart Typisch ist etc).

Und oft der mitleidige Blick.

Immerhin bin ich Jünger als die meisten Besitzer der Erkennenden Augen.

 

Als die Ärztin mich fragte, ob ich wisse, was Parkinson ist, habe ich nur fragend dreingeblickt.

Am Anfang der Erkrankung (zumindest des Sichtbar-werdens) bin ich kurz darauf gestoßen, aber da ich 1. Jünger war als Angegeben und 2. sowohl der Verlauf bei mir schwankend ist (was , wie ich jetzt weis, für eine seltene Form spricht), als auch die Infos die ich zu den Zeitpunkt hatte, eher "unklar" waren, so das viele Übereinstimmungen nicht egsehen werden konnten (wurde nur mit paar Begriffe um sich geworfen die erstmal nach "was anderen" aussahen).

Als ich dann nach den Arzt-Besuch kurz "googelte" und eine etwas Informationsfreudige Seite erwischte, war ich verblüfft wie ähnlich (gleich) die Symptome sind.

Aber viele Informationen fehlten.

So hat mich das ncith sonderlich belastet.

Es war noch viel "freiraum", viel, wo man sich einreden konnte, das man dies und jenes einfach irgendwie "stoppt".

 

Naja, und nun habe ich n bissle näher geguckt.

Fazit : bin zusammen geklappt.

Mich zum heulen zu bekommen ist n Kunststück (ausser mein 'Gehirn spielt gerade Grillparty, aber da fang ich schon fast das heulen an, weil mein Essen ganz leicht angebrannt ist).

Naja, jetzt bin ich emotional sehr instabil.

 

Tausend Fragen.

Ängste.

 

Wenn man sich vorher schon nicht leiden konnte, wie soll man sich dann noch ertragen, wenn alles immer mehr abwärts geht?

Wenn man vorher schon Angst hatte, das man seinen Partner verliert, wie sehr potenziert sich diese Angst doch, wenn einem klar wird, das es kein "aufwärts" geben wird......

 

Scham.

 

Und die Erinnerung wie Freunde einen kurz nach Ausbruch der Krankheit verlassen hatten, weil sie nicht ertrugen mcih "so zu sehen".

Wie soll es jetzt erst werden?

 

Vorallem, die Tatsache das ich Krank bin, scheint so ziemlich JEDER zu verdrängen.

Wie soll ich damit leben lernen, wenn alle anderen es bagatelisieren (wurde sogar mal mit nem leichten Bandscheibenvorfall verglichen)?

 

Mal abgesehen davon, wie sollen sie je mich vernünftig wieder ansehen, wenn sie selbst es verdrängen?

Sie starren einen eh schon so scheiße an, wenn sie Aufgrund meiner Gangschwierigkeiten oder Tremor daran erinnert werden das ich ja doch Krank bin.....

Und dann stürmen sie heran und wollen mir alles aus der Hand nehmen, wollen mich auf den Stuhl schieben.... solle da bleiben....

Wenn ich HIlfe brauch ist keiner da.

Aber wenn ich mal zum Besuch komem und es gibt da Probleme, werde ich behandelt wie n geistesgestörten.

 

Ich kann doch nicht verdursten, nur weil ich ohne Kleckern in ner Akutphase nicht trinken kann....

 

Soll ich mcih einmauern lassen, nur damit niemand "sich das ansehen muss"?

Und was zur Hölle ist mit mir?

 

Ich weis nciht, wie ich da die Kraft finden soll mti allem klar zu kommen, weiter zu machen, Ziele zu verfolgen....

 

Mal abgesehen davon ist es eh so, das ich viele Dinge streichen kann.....

Dinge die all die Jahre mich am Leben gehalten haben...

 

 

Angst.

Scham.

Wut.

Verzweiflung.

Hilflosigkeit.

12.1.11 18:56

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